Der kleine ICE Blog

Opa Adler trifft den Weltmeisterzug

„Wusstest du, dass nach der Fußballweltmeisterschaft 1954 ein weinroter Zug eine ganz besondere Aufgabe übernahm? Er brachte die deutsche Nationalmannschaft, die neuen Weltmeister, nach Hause. Was er dabei erlebt hat, erzählt er Opa Adler!

Magst du Fußball auch so gern wie ich? 
Die Spannung, die Stimmung beim Public Viewing … Ich freue mich schon auf die Weltmeisterschaft in diesem Jahr und bin gespannt, ob Deutschland zum fünften Mal den Pokal gewinnt. Im Jahr 1954 wurde Deutschland zum ersten Mal Weltmeister. Die deutsche Nationalmannschaft gehörte damals nicht zu den Favoriten. Umso überraschender war ihr Sieg am 4. Juli 1954 gegen den haushohen Favoriten Ungarn mit 3:2. Ich erinnere mich noch gut, wie ich am Radio mitfieberte. Der Ausruf des Radioreporters Herbert Zimmermann – „Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“ – ist heute noch vielen in Erinnerung. Der Sieg ist als „Wunder von Bern“ in die Geschichte eingegangen.

Ich schaue die Spiele immer zusammen mit einem ganz besonderen Freund von mir: Er kennt sich bestens mit Fußball aus, denn er durfte die Nationalspieler von 1954 persönlich kennenlernen.

Opa Adler: „Darf ich vorstellen? Der Weltmeisterzug! Erzähl mal, wie bist du zu diesem Namen gekommen?“

Weltmeisterzug: „Hallo, Opa Adler! Ich erinnere mich noch ganz genau an diese aufregende Zeit. Ich fuhr zur WM nach Bern in die Schweiz. Meine Aufgabe war es, die Nationalspieler zurück nach München zu fahren. Am Bahnhof in Basel bekam ich von den Schweizer Eisenbahnern den Schriftzug „Fußball-Weltmeister 1954“ auf meine weinrote Außenwand geklebt. Am 5. Juli 1954 begann meine Reise mit der Nationalmannschaft am Thunersee in Richtung München.“

Opa Adler: „Bist du direkt nach München gefahren?“

Weltmeisterzug: „Wir planten, in mehreren deutschen Städten zu halten. Aber schon in dem kleinen Dorf Jestetten wurden wir aufgehalten, als sich jubelnde Menschen auf die Gleise drängten, um Geschenke zu überreichen und Autogramme zu erhalten. Auch an vielen anderen Orten war die Situation ähnlich: Hunderttausende Menschen warteten an den Bahnhöfen, um die Mannschaft zu feiern. Die Begeisterung war grenzenlos. Manchmal waren es so viele Menschen, dass die Spieler nicht aussteigen konnten. Dafür gaben sie aber durch die Zugfenster Autogramme.“

 

Opa Adler: „Wie war die Stimmung im Zug?“

Weltmeisterzug: „Die Weltmeister und ihre Begleiter waren Gäste der Deutschen Bundesbahn, jeder Sonderwunsch wurde ihnen erfüllt. Für die Zugbegleiter war es eine große Ehre, mit an Bord sein zu dürfen. Sie nutzten die Chance, um Autogramme und Souvenirs von den Spielern zu bekommen.“

Opa Adler: „Wie war die Ankunft in München?“

Weltmeisterzug: „In München wollten Zehntausende die Ankunft der Weltmeister im Bahnhof miterleben. Als ich um 16:04 Uhr in den Hauptbahnhof einfuhr, begrüßten mich alle umliegenden Züge mit ihren Lokpfeifen, dieses einmalige Konzert und die jubelnden Menschen waren der perfekte Abschluss unserer Reise.“